Kirchbauexperte: Kirchen nicht überstürzt aufgeben

epd-Logo Marburg (epd). Der evangelische Kirchbauexperte Thomas Erne hat Gemeinden davor gewarnt, überflüssig gewordene Kirchen und Kapellen überstürzt aufzugeben. "Sakralbauten sind öffentliche Zeichen der Transzendenz, sie haben eine Bedeutung über die Region hinaus", sagte der Direktor des Marburger Instituts für Kirchenbau und kirchliche Kunst der Gegenwart am Mittwoch dem epd. Falls keine schnelle Lösung in Sicht sei, sollte das Gebäude zumindest "grundgesichert" werden.

Als unproblematisch bezeichnete der Theologe und Musiker Erne die gemeinsame Nutzung und Finanzierung einer Kirche durch zwei christliche Gemeinden, etwa einer evangelischen und katholischen oder einer evangelischen und einer Auslandsgemeinde. Dagegen riet er davon ab, eine Kirche an eine muslimische Gemeinde abzugeben. "Eine solche Nutzung ist derzeit aus theologischen Gründen nicht vorstellbar; außerdem würden dadurch die Gefühle der christlichen Gläubigen verletzt."

Erne wandte sich auch gegen kommerzielle Nutzungen von Sakralgebäuden wie zum Beispiel durch Restaurantbetreiber oder Handelsketten, denn diese suchten bewusst den "Tabubruch". Kein Problem habe er allerdings damit, wenn zuvor das Religiöse und Symbolhafte des Gebäudes, etwa Altar und Kanzel, entfernt oder "unkenntlich" gemacht worden seien.

10. April 2008

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