Weltmissionskonferenz in Edinburgh will Ökumene stärken

epd-Logo Frankfurt a.M./Edinburgh (epd). In Edinburgh beginnt an diesem Mittwoch die Hundertjahrfeier der ersten Weltmissionskonferenz. 1910 nahm in der schottischen Hauptstadt die moderne ökumenische Bewegung ihren Anfang. Die Jubiläumstagung 2010 steht unter dem Leitwort "Christus heute bezeugen" ("Witnessing to Christ today"). Mehr als 300 Teilnehmer aus den weltweiten Kirchen wollen über Neuausrichtung der christlichen Mission im 21. Jahrhundert beraten. Bislang gab es 13 Weltmissionskonferenzen, zuletzt 2005 in Athen.

Die deutschen Teilnehmer aus evangelischen Missionswerken werten die Konferenz bereits jetzt als "historisch". "Wohl noch nie hat ein breiteres ökumenisches Bündnis eine solche Konferenz vorbereitet", heißt es in einer Stellungnahme. Während die Konferenz vor 100 Jahren noch von protestantischen westlichen Missionsorganisationen geprägt war, vertreten die rund 300 Delegierten bis Sonntag (6. Juni) nahezu das gesamte Spektrum der weltweiten Christenheit.

An der aktuellen Konferenz beteiligen sich Orthodoxe, Anglikaner, Lutheraner, Reformierte, Methodisten, Baptisten, Siebenten-Tags-Adventisten, römische Katholiken, Evangelikale, Pfingstler und weitere unabhängige Freikirchen. Die Konferenz wurde vorbereitet von Kirchen, theologischen Einrichtungen und Missionswerken in aller Welt.

Wie auf den großen christlichen Weltkonferenzen der vergangenen Jahre spielen auf Weltmissionskonferenzen auch die negativen Folgen der Globalisierung wie zunehmende Ungerechtigkeiten im Welthandel oder die Kluft zwischen Arm und Reich eine wichtige Rolle. Oftmals kam es hier zu kontroversen Debatten zwischen Kirchen aus den Industriestaaten und aus armen Ländern der südlichen Hemisphäre.

Im Mittelpunkt der Tagung steht nach Angaben der Veranstalter ein vor fünf Jahren angestoßener Studienprozess zu neun Themen der modernen Missionstheologie. Die Themen reichen von den Grundlagen christlicher Mission bis hin zum missionarischen Engagement heute. Dazu kommt der interreligiöse Dialog. Auch die Wechselbeziehungen zwischen Mission und Macht, Einheit der Kirchen sowie Spiritualität sollen thematisiert werden. Gastgeber der Konferenz ist die School of Divinity an der Universität von Edinburgh.

01. Juni 2010

Weltmissionskonferenz in Edinburgh

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